Sonntag, 31. Januar 2016
Ende der Emetophobie mit Quetiapin?
Warum heute der Tag ist der Tage? Warum nicht vor einem Jahr?
Wer weiß schon worauf wir warten bevor wir den Mut haben unser Leben neu zu gestalten.
Einen neuen Weg zu Pflastern.
Doch warum auch immer sitze ich hier. Eine Neurologische Praxis.
In meinem Kopf tummeln sich viele Gedanken. Zu viele.
Die Zeit verrinnt, es dauert schließlich zwei Stunden bis mir eine freundliche Frau entgegen tritt und mich aufruft.
In ihrem Zimmer nehme ich Platz.
Warum ich hier bin?

Ich weiß nicht was ich ihr antworten soll. Es sind so viele Gründe, zu viele um mir den einen wichtigen heraus zu picken.
Deswegen zeige ich auf die von mir im Fragebogen für Neupatienten Stichpunkte.
Diese sind:

PTMS - Posttraumatische Belastungsstörung
Emetophobie - Angst vorm Erbrechen
Depressionen - erklärt sich von selbst.

Die Emetophobie begleitet mich nunmehr seit 2008. Es werden jetzt 8 Jahre im Februar.
Zu lange.
8 Jahre in denen sich mein Leben, mein Alltag, meine Gedanken bis zu 24/7 nur ums essen drehen.
Kann ich was essen? Traue ich mich? Ist meine Angst zu groß oder gar - wird mir davon übel und wenn, dann könnte es ja sein ich müsse erbrechen.
Abwägen. Ein tägliches Abwägen das exentenziellste im Leben zuzulassen.
Das essen.

Phobische Störung. Oder auch Psychose?
Bei Geburtstagen, wenn ich überhaupt hin gehen kann, sehe ich seit Jahren nur zu wenn andere "wie selbstverständlich" Kuchen essen und sich Abends ein Schnitzel mit Pommes bestellen.
Das will ich auch wieder "dürfen" - denn meine Angst verbietet es mir.
Sie beherrscht mich 24/7.

Zum ende des Gespräches das eine Stunde ging stellte sich heraus das ich gar keine "normale Depression" habe wie ich gedacht hatte.

Eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung.

Besser ist es auch nicht.

Doch ich kann gezielter Behandelt werden. Bekam ich doch 2012 nach einem 5 minütigen Gespräch ein AD (Antidepressivum) Namens Citalopram verschrieben.
In meinem Fall, nicht das richtige so die Ärztin.

Mit gemischten Gefühlen und quälenden Ängsten, verließ ich die Praxis nach insgesamt 6 Stunden.
Krank geschrieben für 4 Wochen...

Was sollte nur werden? Was sollte ich jetzt, mit dieser Erkenntnis anfangen.
So tuen als wäre nichts gewesen? Weiter arbeiten und mit jedem Tag mehr einem erneuten Nervenzusammenbruch näher zu kommen?
Oder sollte ich auf mein Herz hören das laut nach Hilfe ruft.

Nach dem Gefühl des Lebens.
Der Freude.
Der Unbeschwertheit.

Ich entschied mich für das Leben. Das Leben das nicht existieren gleich kommt.
Sondern Leben um zu spüren, zu sehen und zu fühlen.

Der nächste Tag dreht sich nur um die Einnahme des mir verschiebenen Neuroleptika.
Eine erdrückende Angst der Nebenwirkungen zerreißt meinen Kopf, wiegt schwer auf meiner Brust.
Quälende Angst davor nach der Einnahme könne mir übel werden.
Bekannte und berechtigte Ängste, denn das vor Jahren eingenommene AD bewirkte starke Übelkeit.
Für einen Emetophobiker ist das eine große Qual.

Vorm Schlafengehen sollte ich sie nehmen... nur 25mg. Peanats, oder wie es die Ärztin nannte: Oma Dosis.
Das essen ging nur schwer runter an dem Abend. Doch versuchte ich mir einzureden das ein erbrechen mit leerem Magen sehr schmerzhaft sein soll....im schlimmsten Fall wäre dies ja so, also aß ich trotzdem etwas.

21h

Der Wecker klingelt. Zeit für Quetiapin.

Ich nehme nicht gerne Medikamente, doch dieses hier...es musste einfach sein. Denn der Frühling, der Sommer naht und ich möchte ihn LEBEN.
Das kleine Stück Tablette ist schnell im Magen.

Mein Kopf rattert.
Mit jeder Sekunde die vergeht, quälend, angstbezogen und erwartungsvoll.
Doch es geschah fast nichts.

Nach 15min wurde ich sehr müde. Ein leichtes ziehen in der Magengegend zwei drei mal. Ein leichtes ziehen im Kopf für 5 Minuten.
Mehr spürte ich nicht.
Keine Übelkeit!
Damit war für mich schon viel gewonnen, an dem Abend bevor ich ins Bett ging. Doch wie sollte der nächste Tag sein?
Wie wird es werden wenn ich erwache?

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